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Publiziert am 6. Mai 2026

Dürer in Zofingen: «Melencolia I» und der «Heilige Eustachius»

Dürer in Zofingen: «Melencolia I» und der «Heilige Eustachius»

Manche Kunstwerke laden zur Betrachtung ein — andere entwickeln eine Eindringlichkeit, die anhält. Albrecht Dürers «Melencolia I» von 1514 gehört zur zweiten Kategorie: Seit über fünfhundert Jahren wird ihre Bedeutung analysiert, bis heute ohne eindeutige Antwort. Eine nachdenklich blickende, engelhafte Figur sitzt inmitten unbenutzter Werkzeuge — voller Schaffenswillen, doch unfähig, etwas zu vollbringen. Wer genauer hinsieht, findet das magische Dürer-Quadrat an der Wand: sechzehn Zahlen, deren Zeilen, Spalten und Diagonalen stets die Summe 34 ergeben.

Ein Zeitzeugnis auf Bütten

Das angebotene Exemplar, gedruckt auf Bütten und datiert zwischen 1520 und 1550, stammt aus Dürers unmittelbarer Nachfolgezeit — geschätzt auf CHF 20'000. Kleinere Altersspuren erinnern daran, dass dieses Blatt ein halbes Jahrtausend überlebt hat.

Dürers grösster Stich

Ergänzt wurde die «Melencolia» durch den «Heiligen Eustachius» (auch «Heiliger Hubertus»), mit 35.5 auf 25.8 Zentimetern der grösste Stich Dürers überhaupt. Das Blatt zeigt den Moment, in dem dem römischen Feldherrn Placidus im Geweih eines Hirschen ein Kreuz erscheint. Schon Vasari lobte die Schönheit von Dürers Jagdhunden im Vordergrund — mit einem einfachen Kupferstichel schuf Dürer eine Welt von aussergewöhnlicher Detaildichte.

Beide Blätter kamen an der Frühlingsauktion 2026 zum Aufruf.

A72

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