Langnauer Keramik: Neun Generationen Emmentaler Hafnerkunst

Langnau im Emmental entwickelte sich im 18. Jahrhundert zu einem Zentrum für Töpferwaren — weil sich die durch Käse- und Leinwandhandel, Viehzucht und Holzwirtschaft zu Wohlstand gekommenen Grossbauern, Hofbesitzer und Händler die einfallsreich gestalteten Keramiken leisten konnten. Hafnermeister der Familie Herrmann schufen die qualitativ höchststehende Keramik der Deutschschweiz und bildeten eine neun Generationen umfassende Dynastie.
Bilder ohne Vorlage, Sprüche aus der Bibel
Für die individuell gestalteten Bilder auf Tellern und Terrinen wurden so gut wie nie druckgrafische Vorlagen benutzt; die oft belehrenden und moralischen Sprüche gingen auf die Bibel, religiöse Schriften oder Spruchsammlungen zurück. Für beides wurde ein grosser grafischer Aufwand betrieben.
Die angebotene Sammlung von 26 Positionen wurde über lange Zeit mit Sorgfalt und Kenntnis zusammengestellt — darunter eine Deckelterrine von 1794, eine Rahmschale von 1773 und eine Barbierschale von 1807. Selten gelangt eine derart umfangreiche Gruppe Langnauer Keramik auf den Kunstmarkt.
Die Sammlung kam an der Frühlingsauktion 2024 zur Versteigerung.