Lovis Corinth: Ein spätes Blumenstillleben

Passend zur Frühlingszeit präsentierten wir ein selten auf Auktionen angebotenes Blumenaquarell von Lovis Corinth (1858-1925), einem der bedeutendsten Vertreter des deutschen Impressionismus. Das Werk von 1923 stammt aus seinen späten Schaffensjahren, in denen er sich intensiv dem Blumenstillleben widmete — einem Motiv, das traditionell mit der Vergänglichkeit des Lebens verbunden ist.
Zwischen Impressionismus und Expressionismus
Das Blatt zeigt den zunehmenden Einfluss des Expressionismus auf Corinths späte Malweise: dichte, farbintensive Kompositionen, in denen sich das Gegenständliche im Malprozess aufzulösen beginnt. Die üppige Wirkung erinnert an Stillleben von Auguste Renoir und an Claude Monets Gartenbilder in Giverny. Corinth selbst notierte 1925 in seinem Tagebuch: «Die wahre Kunst ist Unwirklichkeit üben. Das Höchste!»
Das Aquarell, geschätzt auf CHF 15'000, kam an der Frühlingsauktion 2026 zum Aufruf.