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Publiziert am 3. November 2025

Picasso und Balzac: Die Radierungssuite «Le Chef-d'oeuvre inconnu»

Picasso und Balzac: Die Radierungssuite «Le Chef-d'oeuvre inconnu»

Honoré de Balzacs Novelle «Le Chef-d'oeuvre inconnu» erzählt vom Maler Frenhofer, der die absolute Vollkommenheit erzwingen will — und sein Meisterwerk so lange überarbeitet, bis es für andere nur noch eine formlose Farbmasse ist. Dieser Konflikt fesselte Pablo Picasso, der sich im Ringen Frenhofers um die künstlerische Wahrheit wiedererkannte. Seine Radierungssuite zur Novelle reflektiert die eigene Auseinandersetzung mit dem Künstler-Mythos.

Der Mythos wird Realität

Picassos Beschäftigung mit dem Stoff ging weit über die Blätter hinaus: 1937 bezog er bewusst das Atelier in der Rue des Grands-Augustins — den exakten, fiktiven Schauplatz der Novelle. Dort schuf er kurz darauf «Guernica». Die Mappe verbindet damit Literatur, Kunsttheorie und Picassos wohl bekanntestes Werk.

Die angebotene komplette Folge von 13 Radierungen erschien 1931 als Separatsuite in einer Auflage von 99 Exemplaren und stammt aus dem Nachlass von Hans Erni — zusammen mit dessen persönlicher Leica M3 und weiteren Objekten aus seinem Besitz. Geschätzt war die Suite auf CHF 40'000.

Sie kam an der Herbstauktion 2025 zum Aufruf — derselben Auktion, an der die Ben-Nicholson-Skulptur aus dem Nachlass Erni für Aufsehen sorgte.

A71

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