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Publiziert am 4. November 2024

Ein Berner Haushalt: Die Sammlung Franziska Haldi

Ein Berner Haushalt: Die Sammlung Franziska Haldi

Vom Bazillus der Sammelleidenschaft befallen wurde Ulrich Christian Haldi bereits während seiner Schulzeit. Er sammelte alles, was er über seine Heimat, das Saanenland, in die Hände bekam: Schriften, Bücher, Grafiken. Während des Studiums in Bern kamen Möbel, Bilder und Kleinantiquitäten dazu — vor allem von Christoph Hopfengärtner (1758-1843), dem letzten grossen Ebenisten des Ancien Régime. Zuerst als rechte Hand und später als Nachfolger des Berner Auktionators Jürg Stuker machte Haldi seine Leidenschaft zum Beruf.

Ein kleines Gesamtkunstwerk

Die Sammlung wuchs: Pendulen, Spiegel, Appliken und Kommoden von Johann Friedrich Funk II, eine Terracotta-Figur von Valentin Sonnenschein, zwei Gemälde von Frans Francken II. In der Berner Wohnung entstand ein kleines Gesamtkunstwerk. Parallel sammelten Ulrich und Franziska Haldi Kulturgut aus dem Saanenland — Schränke, Truhen und «Truckli» im Originalzustand zu finden, war nicht einfach, weil bemalte Möbel oft unsachgemäss restauriert wurden.

Kunst war für Ueli und Fränzi Haldi nie museal, sondern gelebter Alltag. Auch nach dem frühen Tod ihres Mannes lud Franziska Haldi Gäste ein — an den runden Hopfengärtner-Tisch, eingedeckt mit Sèvres-Porzellan, oder ins über 400-jährige «Füürhus» auf den Halten. Dass die Objekte über die Auktion neue Liebhabende finden sollten, war ihr expliziter Wunsch: Ehrensache, wie sie 2019 selbst schrieb.

Die Sammlung kam an der Herbstauktion 2024 an einem eigenen Auktionstag zum Aufruf. Das Pastell von Jakob Emanuel Handmann — Johann Rudolf Sinner, der nach einem Unfall ein Auge mit der Hand verdeckt — erzielte einen Zuschlag von CHF 8'000.

A69

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