Auktionshaus Zofingen LogoAuktionshaus Zofingen Logo
Publiziert am 9. Mai 2022

Schloss Amsoldingen: Das Inventar eines Berner Herrensitzes

Schloss Amsoldingen: Das Inventar eines Berner Herrensitzes

Nach Rümligen kam uns mit Amsoldingen erneut die Ehre zu, das Inventar eines Berner Schlosses in unsere Auktion aufzunehmen. Die wohl berühmteste Schlossherrin war Madame de Meuron (1882-1980). Das heutige Schloss in Privatbesitz ist das ehemalige Propsteigebäude des Kollegiatstifts Amsoldingen, dessen Anfänge wahrscheinlich im 10. Jahrhundert liegen.

Tausend Jahre Besitzergeschichte

Nach wirtschaftlichen Problemen wurde das Amsoldinger Stift 1484 mit Einwilligung des Papstes aufgehoben und dem neu errichteten St. Vinzenzstift in Bern einverleibt, welches das Propsteigebäude mitsamt Grundbesitz und See 1496 dem Berner Kaufmann Barthlome May verkaufte. Über die Jahrhunderte wechselte das Schloss mehrfach die Hand, bis es Beat Ludwig Tscharner (1801-1873) im neugotischen Stil umbauen liess.

Patrizierporträts und ein nie gebautes Labyrinth

Unter den rund 250 Losen fanden sich Ölporträts von Mitgliedern Berner Patrizierfamilien, Silberobjekte, ein Altmeistergemälde von Adam Willaerts und zwei Bilder von Albrecht Kauw. Dazu kamen eine seltene Meissen-Terrine in Form einer Henne mit sieben Küken — und das Modell eines Labyrinths für den Schlossgarten, das nie umgesetzt wurde. Das Portrait des Franz Ludwig von Erlach, datiert 1634 und geschätzt auf CHF 6'000, erzielte an der Auktion einen Zuschlag von CHF 8'000.

Alle Objekte aus Schloss Amsoldingen kamen an der Frühlingsauktion 2022 zur Versteigerung.

A64

Highlight-Broschüre