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Publiziert am 18. Oktober 2021

Die Bibliothek von Schloss Rümligen: 400 Objekte aus einem Berner Barockschloss

Die Bibliothek von Schloss Rümligen: 400 Objekte aus einem Berner Barockschloss

Viele Geschichten ranken sich um das Schloss Rümligen. Während Jahrhunderten gehörte es der gleichen Berner Patrizierfamilie; vor mehr als 300 Jahren liess sie es von einer Burg zum Barockschloss umbauen. Der Öffentlichkeit blieb das 70'000-Quadratmeter-Anwesen bislang verschlossen. Im Zuge des Besitzerwechsels kam uns die Ehre zu, einen Teil des Inventars und insbesondere der umfangreichen Bibliothek zu versteigern.

Von der Spindeluhr bis zur Kohlkopf-Terrine

Die Vielfalt der fast 400 Objekte reichte von einer Miniatur-Spindeluhr mit Wecker aus dem 18. Jahrhundert über Altmeistergemälde bis zu Berner Möbeln. Eine besondere Trouvaille: die seltene Kohlkopf-Deckelterrine von Paul Hannong, hergestellt um 1750 in Strasbourg. Ein Portrait des Schultheissen Samuel Frisching, datiert 1715, verband die Auktion direkt mit der Geschichte des Hauses — Frisching starb 1721 in Rümligen.

Eine Bibliothek der Aufklärung

Ein grosser Teil der Bücher stammte aus dem Besitz des langjährigen Schlossherrn Samuel Rudolf Frisching (1746-1809), Militär und Politiker. Zu den Höhepunkten des Bestands zählte die Originalausgabe der Diderot-Enzyklopädie: 33 Bände mit rund 72'000 Artikeln, eines der zentralen Werke der Aufklärung.

Das Inventar von Schloss Rümligen fand an der Herbstauktion 2021 vollständig neue Besitzerinnen und Besitzer — die Verkaufsquote des Bestands lag bei 100 Prozent. Einzelne Lose übertrafen ihre Schätzung deutlich: Das Portrait Georg Bayer, geschätzt auf CHF 1'200, erzielte einen Zuschlag von CHF 5'500.

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