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Publiziert am 11. Mai 2022

Wilhelm Stetter: Der Meister mit dem Malteserkreuz

Wilhelm Stetter: Der Meister mit dem Malteserkreuz

Lange war unklar, wer sich hinter den Initialen W.S. verbirgt. Weil der unbekannte Maler auf vielen Gemälden ein Malteserkreuz als Zusatzzeichen hinterliess, nannte man ihn den «Meister W.S. mit dem Malteserkreuz». Erst 1952 konnte er als Wilhelm Stetter (um 1487-1552) identifiziert werden — 1509 in die Strassburger Niederlassung des Johanniterordens eingetreten, 1512 in Basel ordiniert.

Kustos der Johanniter

In Strassburg, wo er sein ganzes Leben verbrachte, betreute Stetter die Kunstschätze des Ordens; zahlreiche seiner Bilder dürften Auftragsarbeiten für die Johanniter sein. Gut dreissig Gemälde werden ihm zugeschrieben. Sie orientieren sich an der spätmittelalterlichen Malerei, zeigen aber bereits Einflüsse der frühen Renaissance — geprägt von Hans Baldung Grien, der um 1509 bis 1511 selbst für die Strassburger Johanniter arbeitete. Die beiden dürften sich persönlich gekannt haben.

Kaiser Konstantin trägt das Heilige Kreuz

Das versteigerte Gemälde «Kaiser Konstantin trägt das Hl. Kreuz nach Rom» (88 auf 80 Zentimeter) ist im Torbogen auf 1516 datiert und zählt zu den frühesten Werken des Malers. Der Legende nach erkannte Kaiser Konstantin 312 n. Chr. am Vorabend der Schlacht an der Milvischen Brücke ein Kreuz am Himmel, das ihm den Sieg versprach — nach dem Sieg förderte er das Christentum.

Die Rarität kam an unserer Frühlingsauktion 2022 zur Versteigerung.

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