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Esaias van de Velde, Der Heuwagen (Sommer), im achteckigen Rahmen

Geschichten zur AuktionHerbstauktion 2026

Ein Sommerbild mit bewegter Geschichte

Esaias van de Veldes Rundgemälde «Sommer» von 1618 und seine Geschichte: beschlagnahmt 1941, heute im Einvernehmen mit der Familie Wassermann versteigert.

Publiziert am 25. Oktober 20261 Min. Lesezeit

Ein mächtiger Eichenbaum, ein hoch beladener Heuwagen und ein Paar, das sich am Wegesrand eine Pause gönnt. In seinem um 1618 entstandenen Rundgemälde «Sommer» schildert Esaias van de Velde das ländliche Leben der Niederlande mit erstaunlichem Detailreichtum. Selbst ein kleiner Hund, der dem Betrachter entgegenläuft, findet in der Miniaturlandschaft Platz. Van de Velde zählt zu den Wegbereitern der niederländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts.

Doch hinter dieser friedlichen Sommeridylle steht auch eine bewegende Geschichte. Das Gemälde gehörte einst zur bedeutenden Pariser Kunstsammlung der jüdischen Familie Wassermann. Im März 1941 wurde es durch den nationalsozialistischen Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg beschlagnahmt und gelangte in den Besitz Hermann Görings. Nach Kriegsende befand es sich im Central Collecting Point in München, bevor es später wieder in den Kunsthandel kam.

Dank der Vermittlung unseres Hauses haben der heutige Einlieferer und die Erbengemeinschaft Wassermann im Vorfeld der Auktion eine gütliche Einigung erzielt. Damit kann das Gemälde nun im Einvernehmen mit den Nachfahren der Familie Wassermann und unter transparenter Darlegung seiner Geschichte versteigert werden.